Höchstbeträge der Provisionen oder sonstigen Vergütungen nach der Immobilienmaklerverordnung 1996

Die Grundlagen der Maklerprovision sind in der Nebenkostenübersicht angeführt.

Vermittlung von Kauf- und Tauschgeschäften über Immobilien und Unternehmen

Höchstprovisionssätze

Die Höchstprovision oder sonstige Vergütung beträgt für die Vermittlung

Bei einem Wert bis einschliesslich EUR 36.336,42 4 % vom Wert
Bei einem Wert von EUR 36.336,43 bis einschliesslich 48.448,49 EUR 1.453,46
Bei einem Wert von mehr als EUR 48.448,49 3 % vom Wert

von beiden Auftraggebern zuzüglich 20 % Ust.

Berechnung des Wertes

Der Wert ist nach dem zwischen den Parteien vereinbarten Kaufpreis für das Objekt und dem Betrag, der den vom Käufer übernommenen Verpflichtungen, den Hypotheken und sonstigen geldwerten Lasten sowie den Haftungsübernahmen entspricht, zu berechnen. Im Falle des Erwerbes von Gesellschaftsanteilen werden überdies die diesen Anteilen zuzuordnenden Verbindlichkeiten hinzugerechnet. Der Verkehrswert der Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände, Warenlager, Maschinen und Geräte und sonstiger Betriebsmittel jeder Art ist hinzuzurechnen, sofern er nicht schon im Kaufpreis für das Objekt enthalten ist. Wird im Alleinvermittlungsauftrag vereinbart, daß der Auftraggeber die Provision auch ohne Vermittlungserfolg zu bezahlen hat, wenn das Geschäft während der Dauer des Alleinvermittlungsauftrags auf andere Art als durch die Vermittlung eines anderen vom Auftraggeber beauftragten Maklers zustande gekommen ist, so ist der Berechnung der Provisionshöhe der im Alleinvermittlungsauftrag festgelegte Preis zugrunde zu legen, wenn der vereinbarte Kaufpreis höher ist. Im Falle eines Tausches gilt als Wert bei Objekten mit gleichem Verkehrswert der einfache Verkehrswert, bei Objekten mit unterschiedlichem Verkehrswert der höhere Verkehrswert. Bei der Bestimmung des Verkehrswertes eines Objektes gemäß Abs. 3 sind auch die Verkehrswerte der Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände, Warenlager, Maschinen und Geräte und sonstiger Betriebsmittel jeder Art in Rechnung zu stellen, sofern diese nicht bereits im Verkehrswert enthalten sind (§ 16 Abs. 1-4 IMV 1996).

Vermittlung von Hypothekardarlehen

Die Höchstprovision oder sonstige Vergütung beträgt für die Vermittlung von Hypothekardarlehen:

Im Zusammenhang mit einer Vermittlung eines Liegenschaftskaufes (gemäß § 15 Abs. 1 IMV 1996) 2 %
Sonst 5 %

Vermittlung von Baurechten

Die Höchstprovision oder sonstige Vergütung beträgt für die Vermittlung von Baurechten:

Dauer des Baurechts Höchstprovision in % vom auf die vereinbarte Dauer entfallenden Baurechtzins
Von 10 bis 30 Jahren 3 %
Über 30 Jahre bis 45 Jahre 2 %
Über 45 Jahre 2 % vom auf die Dauer von 45 Jahren entfallenden Baurechtzins

Vermittlung von Bestandverträgen

Höchstprovisionssätze

Die folgenden Höchstprovisionssätze gelten für die Vermittlung der Haupt- oder Untermiete von Geschäftsräumen aller Art (Lokalen, Verkaufsräumen, Magazinen, Garagen, Werkstätten, Arbeits-, Büro- oder Kanzleiräumen, Lager- und Einstellplätzen usw.), nicht jedoch für Wohnungen und Einfamilienhäuser:

Befristung des Bestandverhältnisses Höchstprovision Vermieter Höchstprovision Mieter
Kürzer als 2 Jahre 3 Bruttomietzinse 1 Bruttomietzins
2 - 3 Jahre 3 Bruttomietzinse 2 Bruttomietzinse
Über 3 Jahre 3 Bruttomietzinse 3 Bruttomietzinse

Bei Verlängerung oder Umwandlung in ein unbefristetes Bestandsverhältnis darf eine Ergänzung auf den entsprechenden Höchstbetrag für die gesamte Vertragsdauer vereinbart werden.

Die folgenden Höchstprovisionssätze gelten für die Vermittlung der Haupt- oder Untermiete von Wohnungen und Einfamilienhäusern:

Befristung des Bestandverhältnisses Höchstprovision Vermieter Höchstprovision Mieter
Kürzer als 3 Jahre 3 Bruttomietzinse 1 Bruttomietzins
Ab 3 Jahre 3 Bruttomietzinse 2 Bruttomietzinse

Bei Verlängerung oder Umwandlung in ein unbefristetes Bestandsverhältnis darf eine Ergänzung auf den entsprechenden Höchstbetrag für die gesamte Vertragsdauer vereinbart werden, höchstens jedoch 1/2 Bruttomietzins.

Sonderregelungen

Geschäftsräume (sowie auch Wohnungen, die nicht dem Änderungsbereich des Mietrechtsgesetzes MRG unterliegen, wie beispielsweise Ferienwohnungen) können beliebig befristet werden. Die Überwälzung der Vermieterprovision (max. 3 Bruttomietzinse) auf den Geschäftsraummieter kann vereinbart werden. Die Provision oder sonstige Vergütung für die Vermittlung der Untermiete an einzelnen Wohnrämen darf den Betrag des einfachen Bruttomietzinses nicht übersteigen (§ 23 IMV).

Bei der Vermittlung durch einen Immobilienmakler, der gleichzeitig Hausverwalter des Gebäudes ist, in dem sich der Mietgegenstand befindet, gilt:

Bruttomietzins

Der Bruttomietzins besteht

Die zu entrichtende Umsatzsteuer ist nicht in den Bruttomietzins einzurechnen. Zu den Einrichtungs- und Ausstattungsgegenständen gehören insbesondere auch Maschinen und Geräte und sonstige Betriebsmittel sowie Organisationsmittel jeder Art. Eine zeitlich befristete Mietzinsreduktion oder Mietzinsfreistellung bleibt unberücksichtigt. Bei der Berechnung der Provision oder der sonstigen Vergütung für die Vermittlung von Mietverhältnissen an einer Wohnung, für die nach den mietrechtlichen Vorschriften die Höhe des Mietzinses nicht frei vereinbart werden darf, sind die Heizkosten nicht in den Bruttomietzins einzurechnen (§ 24 Abs 1 u. 2 IMV 1996).

Bereitstellung von Ersatzwohnungen

Die Beschränkung des Abs. 1 hinsichtlich des Höchstbetrages der Provision oder sonstigen Vergütung gilt nicht, wenn die Vermittlung der Miete von Wohnungen zum Zwecke der Unterbringung von Mietern erfolgt, denen eine Ersatzwohnung zur Verfügung gestellt wird, sofern der Immobilienmakler nur mit dem ihn beauftragenden Eigentümer oder Bauorganisator eine Vereinbarung über eine Provision oder sonstige Vergütung trifft (§ 19 Abs. 2 IMV 1996).

Verlängerung des Mietverhältnisses

Wird für den Fall einer Verlängerung eines befristeten Mietverhältnisses eine weitere Provision oder sonstige Vergütung vereinbart und beträgt die Mietdauer insgesamt mindestens zwei Jahre, jedoch nicht mehr als drei Jahre, so darf die weitere Provision oder sonstige Vergütung jenen Betrag nicht übersteigen, der die zuerst vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung auf den zweifachen monatlichen Bruttomietzins ergänzt. Wird für den Fall einer Verlängerung eines befristeten Mietverhältnisses eine weitere Provision oder sonstige Vergütung vereinbart und beträgt die Mietdauer insgesamt mehr als drei Jahre oder wird für den Fall der Umwandlung des befristeten in ein unbefristetes Mietverhältnis eine weitere Provision oder sonstige Vergütung vereinbart, so darf die weitere Provision oder sonstige Vergütung jenen Betrag nicht übersteigen, der die zuerst vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung auf den dreifachen monatlichen Bruttomietzins ergänzt (§ 20 Abs. 3 IMV 1996).

Abgeltung von Investitionen und Rechten

Die mit dem Vermieter und mit dem Vormieter vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung für die Vermittlung einer Abgeltung für Investitionen, Einrichtungsgegenstände oder die Einräumung von Rechten darf jeweils 5 % des vom Mieter hiefür geleisteten Betrages (einschließlich einer allfälligen Umsatzsteuer) nicht übersteigen (§ 22 IMV 1996).Die Provision oder sonstige Vergütung für die Vermittlung der Untermiete an einzelnen Wohnräumen darf den Betrag des einfachen monatlichen Mietzinses nicht übersteigen (§ 23 IMV 1996).

Vermittlung von Pachtverhältnissen, insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft

Höchstprovisionssätze

Die Höchstprovision oder sonstige Vergütung beträgt für die Vermittlung von Pachtverhältnissen:

Dauer der Pacht Höchstprovision in % von der auf die Pachtdauer entfallenden Vergütung
Bis zu 6 Jahren 5 %
Bis zu 12 Jahren 4 %
Bis zu 24 Jahren 3 %
Über 24 Jahre 2 %
Bei unbestimmter Dauer 5 % von der auf die Pachtdauer entfallende Vergütung

Bemessungsgrundlage ist der Pachtzins. In jenen Fällen, in denen die Provision auf Grund dieser Staffel bei einer kürzeren Pachtdauer höher ausfallen würde als bei einer längeren, ist die Provision mit dem Höchstbetrag der nächst kürzeren Pachtdauer begrenzt. (§ 12 Abs. 4 IMV 1996).

Die Provision oder sonstige Vergütung für die Vermittlung einer Ablöse für Vieh-, Feld- und Gutsinventar, Erntevorrat o. dgl. vom Verpachter oder Vorpächter darf 3 % des Gegenwertes dieses Zugehörs (zuzüglich Ust.) nicht übersteigen.

Vermittlung von Pachtverhältnissen an Unternehmen

Die Höchstprovision oder sonstige Vergütung beträgt für die Vermittlung von Pachtverhältnissen an Unternehmen:

Dauer der Pacht Höchstprovision in % von der auf die Pachtdauer entfallenden Vergütung
Bis zu 5 Jahren 5 %
Bis zu 10 Jahren 4 %
Über 10 Jahre 3 %
Bei unbestimmter Dauer Die auf drei Monate entfallende Vergütung für die Pacht

Bemessungsgrundlage ist der Pachtzins. In jenen Fällen, in denen die Provision auf Grund dieser Staffel bei einer kürzeren Pachtdauer höher ausfallen würde als bei einer längeren, ist die Provision mit dem Höchstbetrag der nächst kürzeren Pachtdauer begrenzt. (§ 12 Abs. 4 IMV 1996).

Die mit dem Verpächter und mit dem Vorpächter vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung für die Vermittlung einer Abgeltung für Investitionen oder Einrichtungsgegenstände darf jeweils 5 % des vom Pächter hiefür geleisteten Betrages nicht übersteigen.

Vermittlung sonstiger Gebrauchs- und Nutzungsrechte

Die Provision oder sonstige Vergütung für eine nicht unter die §§ 18 bis 26 IMV 1996 fallende Vermittlung von Verträgen, aus denen ein Nutzungs- oder Gebrauchsrecht an Geschäftsräumen aller Art oder an Wohnungen oder Einfamilienhäusern erfließt, darf den Betrag des dreifachen monatlichen Bruttoentgeltes nicht übersteigen. § 19 Abs. 2 sowie §§ 20 bis 22 und 24 IMV 1996 sind sinngemäß anzuwenden (§ 27 IMV 1996).

Weitere Bestimmungen

Die mit dem Auftraggeber vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung darf den zulässigen Höchstbetrag bis zu 100 Prozent überschreiten, sofern mit dem anderen Teil keine Provision oder sonstige Vergütung vereinbart wird. Wird der festgelegte Höchstbetrag durch die mit dem einen Auftraggeber vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung nicht ausgeschöpft, so darf die mit dem anderen Auftraggeber vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung den festgelegten Höchstbetrag höchstens um jenen Betrag überschreiten, um den die mit dem einen Auftraggeber vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung den festgelegten Höchstbetrag unterschreitet. Betrifft die Vermittlung eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus, so darf die mit dem Wohnungssuchenden vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung den Höchstbetrag gemäß Abs. 2 nicht überschreiten (§ 12 Abs. 2 u. 3 IMV 1996).

Vermittelt der Immobilienmakler einen Vertrag, mit dem einem Auftraggeber das zeitlich befristete Recht eingeräumt wird, durch einseitige Erklärung das betreffende Geschäft zustande zu bringen (Optionsvertrag), so darf die mit diesem Auftraggeber vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung die Hälfte des für das im Maklervertrag genannte Geschäft festgelegten Höchstbetrages nicht übersteigen. Macht der Auftraggeber von seinem Optionsrecht Gebrauch, so darf die für diesen Fall vereinbarte Provision oder sonstige Vergütung die Differenz zwischen dem für das betreffende Geschäft festgelegten Höchstbetrag und der für die Vermittlung des Optionsvertrages zu bezahlenden Provision oder sonstigen Vergütung nicht übersteigen (§ 14 IMV 1996).

Die obigen Höchsthonorarsätze gelten nicht für die Vermittlung einer Burg, eines Schlosses oder eines Klosters (§ 12 IMV 1996).